Freitag, 28. Juli 2017
 

Original vs. Fälschung - Crowley, Hubbard und der Okkultismus in Scientology
Einige notwendige Anmerkungen zum Interview mit Sabine Weber

"Erwarte ihn nicht von Osten, nicht von Westen; denn aus keinem erwarteten Hause kommt das Kind. Aum! Alle Worte sind heilig und alle Propheten wahr; ausgenommen nur, daß sie wenig verstehen; löse die erste Hälfte der Gleichung auf, laß die zweite unangetastet. Aber Du hast alles in klarem Lichte, und einiges, obschon nicht alles, im Dunkeln."
Liber L. vel Legis, Vers I/56

In Sabine Weber Antworten im vorgelegten Interview hier finden sich einige Punkte, die ich extrem ärgerlich finde - wie ich das immer tue, wenn jemand aus grober Unkenntnis heraus Urteile fällt, also sich ausgesprochen ignorant zeigt. Deshalb reiche ich hier einige Anmerkungen zu diesen Punkten nach.

Zunächst zur wissenschaftlichen Methodik - auf meine Frage nach Rückbezügen und Referenzen auf andere Werke der Philosophie und Wissenschaft und deren Autoren antwortet Frau Weber:

"Dann sollten Sie das Vorwort der 1986er Ausgabe des Buches 'Scientology 8-8008' lesen oder eine seiner zahlreichen Vorträge anhören. In dem besagten Vorwort werden z.B. 28 unterschiedliche Quellen und Autoren gewürdigt, auf die sich Herr Hubbard in seinem Gesamtwerk wiederholt berufen hat. In allen seinen Schriften nimmt Herr Hubbard regelmäßig Bezug auf andere Autoren und die werden dann auch im Text selbst erwähnt."

Zu einer wissenschaftlich korrekten Arbeitsweise gehört unbedingt und unerläßlich, daß verwendete Informationsquellen und relevante andere Arbeiten zu nennen sind. Das nennt man Zitation, die also ein expliziter Verweis auf eine Publikation oder andere Informationsquelle ist. Dieser Verweis sollte als eine Literatur- oder Quellenangabe unter Nennung des Autors, des vollständigen Titels des Werkes nebst Angabe der verwendeten Ausgabe inklusive Verlag, Erscheinungsjahr und -ort angelegt sein, die Angabe der ISBN-Nummer ist zwar nicht erforderlich, aber für den Leser hilfreich. Optimalerweise sind alle Verweise in einem Literatur- und Quellenverzeichnis gesammelt zu finden.

Weder in Hubbards "Dianetik" noch in seinem Buch "Die Grundlagen des Denkens", die beide mit dem ausdrücklichen Anspruch von Wissenschaftlichkeit daherkommen und als wissenschaftliche Werke von der Scientology Kirche vertrieben werden, ist irgendetwas zu finden, das auch nur annähernd einem Literaturverzeichnis ähnlich sähe. Auch im Text und in den wenigen Fußnoten gibt es keinerlei Literatur- und Quellverweise. Wenn mir Frau Weber auf meine Nachfrage stattdessen die Lektüre eines Vorworts irgendeiner Ausgabe irgendeines, auf normalem Weg im Buchhandel überdies nicht erhältlichen Buches aus dem, wie die Scientology Kirche immer wieder betont, nach Hunderten zählenden Fundus des Hubbardschen Opus empfiehlt, kann ich das - freundlich formuliert und mit Verlaub - nur als absurd bezeichnen.

Nun zu den Quellen von Scientology – im Zuge der Beantwortung meiner Frage, was Scientology für ihr Leben bedeute, antwortet Frau Weber unter anderem: "Scientology ist eine gnostische Erlösungsreligion." Das ist ein bemerkenswertes Statement, das ich in dieser expliziten Form und Prägnanz von Scientologen noch nie lesen konnte, zumindest habe ich eine solche Aussage im Zuge meiner Recherchen nicht gefunden. Was ist hier passiert? Grundsätzlich ist zwischen den Begriffen Gnosis, Gnostik und Gnostizismus zu unterscheiden. Das wird zwar im allgemeinen Sprachgebrauch eher selten bis gar nicht getan, aber weil wir uns hier der fortgeschrittenen Ergründung von Wissen, Weisheit und Wahrheit widmen, tun wir es trotzdem. Gnosis bedeutet, hergeleitet vom griechischen gnõsis, zunächst einmal nur das Erkennen, die Kenntnis bzw. die höhere Einsicht. Eine erste Konnotation wandelt die Erkenntnis in eine Gotterkenntnis bzw. in die, durch die Schau Gottes gewonnene, Erfahrung der Welt des Übersinnlichen. Aus der Spätantike ist der lateinische Begriff gnosticus überliefert, der sich auf das die Gnostiker Betreffende bezieht und damit sind wir bei der Gnostik als Begriff, welcher in der spätantiken Literatur des zweiten und dritten Jahrhunderts eine übliche Bezeichnung für Intellektuelle war. Bis dahin waren die Selbst- und auch die Fremdbezeichnung als "Gnostiker" weitgehend unspezifisch. Das änderte sich mit dem Aufstreben des Christentums, das den Begriff als Sammelbezeichnung für verschiedene, der Häresie verdächtige, meistens nur bezichtigte Gruppen und Bewegungen assimilierte. Die bekanntesten dieser Bewegungen sind die nach ihren Begründern benannten Valentinianer, Simonianer und Basilidianer, Simon Magus (Simonianer) gilt als der erste Häretiker. Diese Namen der Gruppen sind wahrscheinlich bereits Fremdbezeichnung seitens ihrer christlichen Verfolger, zumindest in der spätantiken Phase werden sich die Anhänger dieser Gruppen vermutlich schlicht als Christen betrachtet haben, wobei auch erwiesen ist, daß die Wurzeln für das nun Gnostik genannte, aber ansonsten ziemlich uneinheitliche Glaubenssystem bis in den vorantiken Zoroastrismus und in die babylonischen und ägyptischen Religionen zurückreichen, bekanntestes Beispiel für den letztgenannten Einfluß sind die Ophiten, die der alttestamentarischen Schlange göttliche Natur zuschrieben und in Anlehnung an vorderasiatische und ägyptische Kulte einen Schlangenkult pflegten. Daneben gibt es, das sei nur am Rande erwähnt, eine primär nichtchristliche Gnostik, die bekanntesten Strömungen sind die Mandäer und der Manichäismus.

In der Propaganda ihrer christlichen Verfolger wurde die Gnostik eine Geheimlehre, der alle nur vorstellbaren Abscheulichkeiten angedichtet wurden, die bis heute in der Agitation gegen Andersglaubende zum Einsatz kommen und sich so tief in den Köpfen der amtskirchlich indoktrinierten Menschen eingenistet haben, daß sogar jene das nachbeten, die sich von der Amtskirche abwandten und selbst zu Andersglaubenden wurden, was uns die Scientology Kirche eindrucksvoll unter Beweis stellte (siehe Seiten 70ff.). Wahrscheinlich ist es nicht zuletzt dem enormen Verfolgungsdruck geschuldet, daß die Gnotiker selbst begannen, ihre Lehre als Geheimlehre zu betrachten und zu handhaben. Hier ist eine wesentliche der Wurzeln zu dem zu finden, was heute die aversiv-abwertende Konnotation des Begriffes "Okkultismus" ausmacht. Die Verfolgung der Häretiker fand ihren Höhepunkt in der Vernichtung der Katharer und der Zerschlagung des Templerordens, danach führte die Gnostik eine de facto kaum noch nachweisbare Randexistenz.

Der Begriff "Gnostizismus" ist ein neuzeitlicher, der im 17. Jahrhundert von Henry More zur Zusammenfassung sämtlicher christlicher Häresien geprägt wurde. Der Begriff beschreibt heute die Reanimation der Gnostik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der modernen Theosophie, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts finden sich deutliche Einflüsse bei den Rosenkreuzern und in der Gralsbewegung. Spätestens hier ist klar, daß Frau Weber die Wendung von Scientology als gnostische Erlösungsreligion nur in der Bedeutung des griechischen gnõsis, als das Erkennen bzw. die höhere Einsicht gemeint haben kann, natürlich. Ist klar, logisch, was sonst. Ein Schelm, wer da anderes denkt. Tatsache ist aber, daß im heute und hierzulande üblichen Sprachgebrauch der Begriff "gnostisch" auf okkulte Geheimlehren bezogen wird. Tatsache ist auch, daß auf dem weiten Feld der Esoterik und des Okkultismus Gnostiker in Scharen anzutreffen sind, was immer man davon oder auch von denen halten mag.

Interessanter für den in diesem Heft erörterten Kontext ist aber die Tatsache, daß sich Thelema zwar nicht als gnostische Erlösungsreligion definiert, daß aber die Gnostik über Aleister Crowleys Verbindung zum Gnostizismus der Theosophie eine der Wurzeln von Magick und Thelema wurde, und zwar in Hinsicht auf Erkennen, höhere Einsicht und das Bemühen jedes Thelemiten, den Willen als sozusagen verborgenen Funken zu erkennen, um nicht ausschließlich der materiellen Welt verhaftet zu bleiben. Es bleibt also festzuhalten, daß es in Hinsicht auf die gnostische Intention von Thelema und Magick einerseits und Scientology andererseits sehr wohl Parallelen gibt, nur daß Crowley die schon einbrachte, als Hubbard noch gar nicht auf dieser Welt war.

Ähnlich verhält sich das mit den Wurzeln fernöstlicher Tradition. Frau Weber schreibt: "Wenn L. Ron Hubbard von 'Science' spricht, dann meint er damit eigentlich den Begriff 'Wissen' oder 'Wissensgebiet'. Das englische Wort 'Science' heißt nämlich in seiner Grundbedeutung in der englischen Sprache einfach nur 'Wissen'. Konkret verstand er den Begriff im Sinne eines logischen Ergründens von Wahrheit. Wissen, Weisheit und Wahrheit sind in den östlichen Religionen, in deren Selbstverständnis und Tradition die Scientology Kirche steht, immer Bestandteil der Religion gewesen."

Am Ende des Interviews führt Frau Weber dazu aus: "Die Quellen der religiösen Lehraussagen von Scientology liegen laut Herrn Hubbard selbst in den östlichen Religionen, allen voran dem Buddhismus, den Veden, Hinduismus und Taoismus. Bekanntlich hat Herr Hubbard sich hierzu an vielen Stellen geäußert und die Orte dieser Religionen selbst als junger Mensch wiederholt besucht."

An dieser Stelle fallen gleiche mehrere Sachverhalte auf. Einerseits ist da die Tatsache, daß Crowley sehr früh seine Forschungen unter das Leitmotiv "The method of science; the aim of religion" stellte, das dann auch als Motto in jeder Ausgabe der Publikation des A.'.A.'. Argentum Astrum "The Equinox" zu lesen war. Das war 1909. Das Motiv gibt ziemlich exakt den Anspruch von Scientology wieder, eine Religion mit den Methoden der Wissenschaft zu sein.

Magick und Thelema sehen mit Buddhismus, Hinduismus und Taoismus die fernöstlichen Religionen und deren Philosophie als eine ihrer wesentlichen Grundlagen an. Meditationen, körperenergetische Chakren- und Kundalini-Arbeit sind fester Bestandteil thelemitischer Praxis, viele Thelemiten widmen sich Yoga und fernöstlicher Kampfkunst. Crowley selbst hat über Yoga und Meditation geschrieben, hat das Tao Te Ching und das I Ching aus dem Chinesischen übersetzt und kommentiert und hat mit dem legendären Liber 777 vel Prolegomena Symbolica Ad Systemam Sceptico Mysticae Viae Explicandae, Fundamentum Hieroglyphicum Sanctissimorum Scientiae Summae - so viel Zeit muß sein. :-) - ein Werk verfaßt, das seinerzeit so rezensiert wurde:

"It forms, in short, a complete magical and philosophical dictionary; a key to all religions and to all practical occult working. For the first time Western and Qabalistic symbols have been harmonized with those of Hinduism, Buddhism, Mohammedanism, Taoism. By a glance at tables, anybody conversant with any one system can understand perfectly all others."

Auch Scientology beruft sich auf die Tradition fernöstlichen Religionen, auf Buddhismus, die Veden, Hinduismus und Taoismus. Das war’s auch schon. Ich will zwar nicht ausschließen, daß ich im Vorwort der 1986er Ausgabe des Buches "Scientology 8-8008" entsprechende Referenzen finde, aber ich habe weder in Hubbards "Dianetik" noch in seinem Buch "Die Grundlagen des Denkens" auch nur einen einzigen Hinweis auf Theorie oder gar Praxis fernöstlicher Religionen gefunden, was auch für das Ergebnis meiner Netzrecherche gilt – keinerlei Anleitungen, Anweisungen oder halbwegs explizite Verweise außer der schlichten Feststellung, daß Scientology sich auf fernöstlichen Religionen beruft.

Frau Webers Feststellung "Wissen, Weisheit und Wahrheit sind in den östlichen Religionen, in deren Selbstverständnis und Tradition die Scientology Kirche steht, immer Bestandteil der Religion gewesen [...]" in bezug auf Hubbards Begriff von "science" hat keinerlei referenzierende Aussagekraft, weil es sich um eine echte Nullaussage handelt, und zwar deshalb, weil sich definitiv jede Religion, jedes Glaubenssystem, jede Weltanschauung und jede Ideologie einschließlich der nationalsozialistischen und der kommunistischen auf Wissen, Weisheit und Wahrheit beruft, womit diese Aussage keinerlei differenzierenden und somit auch keinen charakterisierenden Gehalt mehr hat. Mir ist zumindest kein solches System bekannt, das sich explizit die Verbreitung von Lügen und Unwissenheit auf die Fahnen geschrieben hat.

Aber halt! Da ist doch noch etwas – zwei Religionswissenschaftler, nämlich die Herren Frank K. Flinn und Lonnie D. Kliever haben in ihren Gutachten aus dem Jahr 1994 der Scientology Kirche attestiert, daß das Auditing meditationsähnlichen bzw. –artigen Charakter habe. Nun ja, so, wie ich das verstehe, stellt man sich in der fernöstlichen Tradition unter einer Medition nicht wirklich vor, daß sich da zwei vollquasseln, während der eine an einem Gerät herumdreht und der andere zwei Blechbüchsen drückt. Hubbard hat Ziel und Aufgabe des Auditings in der "Dianetik" klar beschrieben und beides hat definitiv nichts mit dem Ziel der Meditation zu tun. Die Herren Religionswissenschaftler haben also die "Dianetik" nicht gelesen oder sie haben nie meditiert – ich tippe auf beides. (Daß Auditing als Technik funktioniert, steht auf einem anderen Blatt und wird in einem späteren Heft des Magickal Observer besprochen.)

Frau Weber schreibt: "Bekanntlich hat Herr Hubbard [...] die Orte dieser Religionen selbst als junger Mensch wiederholt besucht." Nur gibt es da ein klitzekleines Problem – die Beweislage ist extrem dürftig. Seine erste große Reise in die Nähe dieser Region unternahm Hubbard mit Mutti, um den auf Guam stationierten Papi zu besuchen. Immerhin touchierte Hubbard China auf dieser Reise, als das Schiff in Hongkong und Shanghai Zwischenstops einlegte. Seine zweite Reise in den Fernen Osten wird unterschiedlich wiedergegeben, die Scientology Kirche beschreibt sie so:

"Da L. Ron Hubbard Klassenzimmer und Schulen als ausgesprochen einengend empfindet, macht er sich alleine wieder auf den Weg und reist an Bord der Henderson zurück in den Fernen Osten. Während der nächsten vierzehn Monate reist L. Ron Hubbard landeinwärts zu den westlichen Hügeln Chinas, von dort wieder nach Japan, dann hinunter zu den Philippinen und noch weiter südwärts nach Java. Als Steuermann und Frachtaufseher an Bord der Marianna Maru, einem zweimastigen Küstenschoner, durchpflügt er die Gewässer Chinas. In China schließt er enge Freundschaft mit Offizieren des britischen Geheimdienstes, amerikanischen Marineinfanteristen, buddhistischen Priestern und dem letzten Magier aus der Linie des Hofstaates von Kublai Khan."

Anderen Angaben zufolge dauerte die Reise allerdings nur sechs Monate und Hubbard war in Begleitung seiner Eltern. Bei der Berühmtheit, die Hubbard erlangte, sollte sich eigentlich irgendeiner der Offiziere, Marineinfanteristen oder Seeleute der "Marianna Maru" finden lassen, der Hubbards so spektakuläres Leben zumindest annähernd bestätigt – wer hat schon einen Religionsstifter im Freundeskreis. Aber da ist offenkundig nichts, weder auf den deutschen oder englischsprachigen Netzseiten der Scientology Kirche noch seitens unabhängiger Quellen läßt sich derartiges finden. Was man allerdings schnell findet, ist eine Faksimile, das aus Hubbards Tagebuch jener Zeit stammen soll: "They smell of all the baths they didnt take. The trouble with China is, there are too many chinks here." Ähnlich dürftig ist die Quellenlage für die anderen Expeditionen Hubbards. So wollen sich die Ignoranten vom Puerto Rican Department of Natural Resources und der U.S. Geological Survey partout nicht an Hubbards "Westindische mineralogische Expedition" erinnern, und das, obwohl Hubbard die erste mineralogische Vermessung von Puerto Rico vollendet haben soll. Ist das nicht dreist?

Wie dem auch sei – wahr ist, was schon Matthias Claudius in seinem Gedicht "Urians Reise um die Welt" feststellte: "Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen ..." – und das Erzählen war ja Hubbards Metier, weswegen wir heute fürwahr erstaunliche Geschichten von Hubbards fulminanten Abenteuern und seinen, die Wissenschaft revolutionierenden Expeditionen lesen dürfen. Ein echtes Highlight ist die Netzseite "Was ist Scientology?" [http://wasist.scientology.de/], die ich nur empfehlen kann, und zwar nicht wegen ihres informativen Gehalts, sondern wegen ihres enormen Unterhaltungswertes. Ich habe in letzter Zeit selten so gelacht wie bei der Lektüre dieser Seiten. Ich will es mal so sagen – sie ist wie die Sendung mit der Maus, nur ohne Maus. Die didaktische Methode nimmt es locker mit den Glanznummern des Professor Bömmel aus der "Feuerzangenbowle" auf, die zum Beispiel so klingen: "Wat is ne Dampfmaschin? Da stelle mer uns janz dumm. En Dampfmaschin, dat is ne grosse schwarze runde Raum und der hat zwei Löcher. Der hat hinten en Loch und vorn en Loch. Vorne, da kommt der Dampf rein. Dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat kriegen wir später." Exakt auf diesem Niveau ist die Netzseite "Was ist Scientology?" angelegt.

Mentopia.net Und wie verhält sich das mit den Expeditionen des Meister Therion? Ganz einfach, da muß man nur wissen, wie Google funktioniert und nach Crowley, verknüpft mit "Himalaya" suchen, wenn man mit den Begriffen "mountaineer" oder "Himalayas" verknüpft, findet man dazu jede Menge englischssprachige Seiten, und zwar hauptsächlich unabhängige Quellen mit Zeitzeugenberichten, Expeditionsbeschreibungen bis hin zu Berichten über Crowley als den Exzentriker unter den Mountaineers. So zählt beispielsweise Reinhold Messner in seinem Buch "K2 – Chogori, Der große Berg" aus dem Jahr 2004 (ISBN 3-89405-629-0) sechs einschneidende Ereignisse zur Bezwingung des Berges auf – und die Expedition von Aleister Crowley und Oskar Eckenstein ist das erste davon.

Namhafte Alpinisten bestätigten, daß Crowley ein sehr fähiger, mutiger und unorthodoxer Bergsteiger war. Er begann als Alpinist und bestieg ab 1894 fast alle bekannten Alpengipfel, 1895 erzwang er den Eiger im Alleingang. Tom George Langstaff, der späteren Präsidenten des "Alpine Club", bestätigte, daß Crowley 1899 die schwierige rechte Seite des Eisfeldes am Mer de Glace im Alleingang bezwang, und zwar "als sei es ein Spaziergang" - eine Route, die bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts nicht mehr begangen wurde. 1900 brach er zusammen mit Oscar Eckenstein in Mexiko am Ixtaccihuatl, am Monte Colima und am Popocatepetl mehrere Rekorde. 1902 nahm er an dem von Eckenstein geleiteten ersten Versuch teil, im Karakorum mit dem 8611 Meter hohen K 2, auch als Chogo Ri bekannt, den zweihöchsten Berg der Erde zu besteigen. Die Expedition war nicht nur wegen des selbst für dortige Verhältnisse sehr schlechten Wetteres hochdramatisch. Crowley war schon vorher ins Karakorumgebirge gereist, um die zum Transport der Ausrüstungsgegenstände nötigen Träger zu rekrutieren. Crowley wollte über den Südostgrat aufsteigen, die übrigen aber über den Nordostgrat, was dann per Abstimmung entschieden wurde. Crowley hatte recht, sie mußten auf dem Nordostgrat bei 6600 Metern aufgeben und Crowleys Südostroute ist heute als Abruzzigrat die meistbestiegene Route. Crowley zog in seiner Wut seinen Revolver, konnte aber entwaffnet werden. Sie wagten einen erneuten Austieg und kamen schließlich auf 7200 Meter, eine lange Zeit unübertroffene Leistung. Bei einem weiteren Aufstiegsversuch war es Crowley, der bei dem bekannten Alpinisten Heinrich Pfannl ein Höhenlungenödem diagnostizierte, während die anderen auf Hustenschnupfenheiserkeit tippten. Crowley drängte auf einen schnellen Abstieg und Pfannl überlebte. 1905 leitete Crowley eine Expedition zum 8445 Meter hohen Kangchenjunga, dem "Mörderberg" im südlichen Himalaja, und kam auf immerhin 6900 Meter. Mit enormer Willenskraft überwand er die schwierigsten Hindernisse und persönliche Schwächen, er litt an Asthma, und seine sportlichen Leistungen beeindrucken die Bergsteiger noch heute.

Mentopia.net All das ist belegt, da muß nichts erfunden, aber auch nichts beschönigt werden. Auf den Fotos sehen Crowley und seine Mitstreiter in der Tat wie Pioniere aus und nicht wie wie aus dem Ei gepellte Statisten für eine Hollywood-Soap, wie nämlich Hubbard auf der handvoll Fotos wirkt, die uns die Scientology Kirche auf der englischen Version der Netzseite "Was ist Scientology?" zeigt.

Crowley selbst hat seine Expeditionen und Reisen in Europa, den USA, in Mittel- und Südamerika, in den Nahen und den Fernen Osten, seine Weltreise nach seinem Abschied aus dem Golden Dawn, wenn überhaupt, dann nur thematisch erörtert und an definitiv keiner Stelle seiner Werke zur pompösen Dekoration seiner Vita mißbraucht. Crowleys Anhänger beschreiben sie gelegentlich in Texten über Crowley, die meisten Thelemiten wissen jedoch nach meiner Erfahrung kaum etwas davon. Die Netzseite "Was ist Scientology?" hingegen entblödet sich nicht, den Leser neben all den anderen Schnurren und Schwänken aus Hubbards Leben sogar mit der Auflistung seiner "Auszeichnungen" als Pfadfinder zu bedenken, und das in einem Wichtigkeitsduktus, als handele es sich um Nobelpreise. Nun wissen wir, daß Klein-Ron im März 1924 die Verdienstabzeichen für Handwerksarbeit, Autofahren und Pfadfinden erhielt.

Spontan fällt mir nur eine historische Figur ein, die eine solche Verklärung ihres Lebens zu Lebzeiten nicht nur duldete, sondern förderte und selbst betrieb und die heißt Josef Wissarionowitsch Stalin. Deshalb sieht das bei Hubbard auf den ersten Blick wie Personenkult aus und ist sehr wahrscheinlich einer der Aufhänger, an dem die sogenannten Kritiker ihren Verwurf eines sozusagen gefühlten Totalitarismus festmachen. Das ist natürlich Unsinn, weil die Verklärung der zentralen Leitfigur keineswegs ein, das System an sich charakerisierendes, Alleinstellungsmerkmal ist. Ich denke, wir haben es hier mit einer romantisierenden Sehnsucht nach dem idealen Leithammel zu tun, die nur als infantil bezeichnet werden kann und die man oft in religiösen Strukturen mit Erlösungs- resp. Erweckungsanspruch findet. Die spirituelle Reife der Gruppe zeigt sich jedoch unter anderem darin, inwieweit sie sich von ihrem Gründungsvater emanzipieren kann und deshalb sollte fairerweise zugestanden werden, daß Scientology gerade mal gute fünfzig Jahre alt ist und solche Feststellungen zwar den bisherigen Zustand beschreiben, aber nichts über das Potential der Gruppe und ihrer Lehre aussagen.

Allerdings sollte sich die Scientology Kirche mit der Emanzipation nicht allzuviel Zeit lassen, denn die Texte, die Sie hier lesen können, machen über die eigentliche Intention hinaus sehr deutlich, wie sich die Zeiten geändert haben. Im Jahr 1969 hätte ich die Aussagen der Scientology Kirche, wie sie in deren Büchern und auf ihren Netzseiten verbreitet werden, im Grunde nur zur Kenntnis nehmen und dessen Aussage glauben können oder eben nicht. Ich hätte nie in Crowleys Korrespondenz - geschweige denn in Parsons FBI-Akten – lesen können. Ich wäre nie an Jahre alte Artikel des "Pasadena Weekly" oder der "Los Angeles Times" herangekommen und hätte – wenn es sie damals schon gegeben hätte – Bücher wie "Demons of the Flesh" von Zeena und Nikolas Schreck, Brian Doherty’s "The Magical Father of American Rocketry" oder George Pendle’s "Strange Angel" nur mit kaum vertretbarem Aufwand, erheblichen Kosten und langen Lieferzeiten erwerben können und hätte sie durchlesen müssen - wenn ich einen Bibliothekar gefunden hätte, der mir die Existenz der Bücher überhaupt erst bekannt gemacht hätte. Heute finde ich all das und noch viel mehr in zwei Stunden mit wenigen Cent Kosten, und zwar in sofort kopierbarer Form und mit lokalen und netzbasierten Suchtools finde ich die relevanten Passagen in wenigen Sekunden. Kurz - bis vor wenigen Jahren mußte man glauben oder auch nicht, heute kann man wissen, so man will. Aus dieser Perspektive sind Netzseiten wie "Was ist Scientology?" zwar hochkomisch, was aber nicht wirklich die Intention der Scientology Kirche gewesen sein dürfte, aber auch ausgesprochen kontraproduktiv, weil sie geradezu zur Recherche herausfordern, sofern man des freihändigen Denkens mächtig ist.

Nun komme ich zum letzten Punkt, der deshalb an dieser, an letzter Stelle erörtert wird, weil ich ihn einerseits als ausgesprochen ärgerlich empfinde und weil die zu erörternden Aussagen andererseits eigentlich nicht wirklich diskutabel sind. Ich habe mich, wie oben beschrieben, über das Interview und die erfreulich problemlose Kooperation mit der Scientology Kirche und Frau Weber sehr gefreut, doch die Antwort zu meiner letzten Frage ist ein echter Wermutstropfen, nach dem ersten Lesen war ich sogar einen Moment lang geneigt, ein wenig beleidigt zu sein. Auf meine Frage, wie Scientology zum Okkultismus steht und worin ihre - Frau Webers - Abneigung begründet ist, schreibt Frau Weber: "Persönliche eigene Erfahrungen und Erkenntnisse habe ich zu diesem Thema nicht – mit Ausnahme eines Besuchs auf der Esoterik-Messe in München. Ich bin jedoch ein Gegner des assoziativen Denkens und Befürworter des differenzierten Denkens. Ich finde es daher völlig abwegig, wenn versucht wird, zwischen der Tätigkeit Hubbards im Rahmen eines staatlichen Polizeiauftrags gegen Parsons einen inhaltlichen Zusammenhang zur Scientology-Religion herzustellen. [...] Mit Pendeln, Tarot, Handlesen, Heilkristallen, geheimnisvollen Riten und ähnlichen Praktiken, wie sie häufig auf den klassischen Esoterik-Messen offeriert werden, kann ich persönlich nichts anfangen."

Erwecke ich wirklich den Eindruck, ich verbrächte meine Zeit mit Handlesen und Pendeln? Schon im Gespräch versuchte ich ihr den Unterschied zwischen Jahrmarktsesoterik und Magick klarzumachen, daß Magick sich gerade gegen und in expliziter Abgrenzung zum Budenzauber definiert. In meiner ersten Mail sandte ich ihr den Link zu meinem Thelema-Text zu, damit sie sich einen Überblick verschaffen kann, im provisorisch herausgegebenen Heft, das sie ja gelesen hat, sind sackweise Links und Querverweise zu finden und darüberhinaus gibt es Google. Und womit kommt sie an? Mit einer Esoterik-Messe in München!

Als wäre das nicht Zumutung genug, folgt im nächsten Satz eine, nun ja, "Argumentation", die mich beim ersten Lesen fast die Contenance verlieren ließ: "Persönliche eigene Erfahrungen und Erkenntnisse habe ich zu diesem Thema nicht [...] Ich bin jedoch ein Gegner des assoziativen Denkens und Befürworter des differenzierten Denkens."

Wenn Frau Weber wirklich ein Gegner des assoziativen Denkens ist, dann ist sie ein Gegner von Belletristik, Poesie, Malerei und Musik, dann sind in ihrem Arbeitsbereich solch effiziente und kreative Arbeitstechniken wie Brainstorming und Brainwriting, Clustering und Mind Mapping verboten. Ohne assoziatives Denken können keine Romane, geschweige denn Gedichte, geschrieben und verstanden werden, denn es ist eine wesentliche Voraussetzung für Kreativität. Assoziatives Denken, in der Kognitionswissenschaft gelegtlich auch analoges Denken genannt, ist die Verknüpfung eines Gedankens oder einer Emotion mit einem Objekt oder einem anderen Gedanken zur Aktivierung von Gedächtnisinhalten und zur kreativen Ideenfindung, so daß dem solcherart Denkenden die miteinander verknüpften Elemente bewußt werden, wobei der Grund für die Verknüpfung nicht offenkundig sein muß.

Die Konstruktion eines Gegensatzes zwischen assoziativem und differenziertem Denkens, wie Frau Weber das tut, ist schlicht unsinnig. Jedes Denken, das diese Bezeichnung verdient, ist ein differenziertes Denken, denn erst das Differenzieren, das Treffen von Unterscheidungen und das Erkennen von Details, das Aufgliedern und Konturieren in optimaler Vielschichtigkeit ermöglicht die Artikulierbarkeit des Denkergebnisses – und nur ein artikulierbares und artikuliertes Denken ist als solches zu bezeichnen. Kurz - differenziertes Denken ist Voraussetzung für jede Art von Denken, sei es assoziativ, analytisch, divergent, konvergent, lateral, konnektisch, kontextual, radiant oder was es sonst noch für Denkarten und –methoden gibt – alle setzen Differenzierung für erfolgreiches Gelingen voraus.

Wegen der Konstruktion dieses Gegensatzes vermute ich, Frau Weber ist hier Hubbards Begrifflichkeit vom "analytical mind" und vom "reactive mind" in die Quere geraten und die dazu passende Erklärung findet sich in Hubbards "Dianetik", und zwar in der derzeit aktuellen Ausgabe aus dem Jahr 2007 auf Seite 406: "Daher ist das Denken in Ähnlichkeiten und Gleichheiten ein Hauptkriterium der Aberration, das Hauptkriterium für Vernunft ist das Vermögen der Unterscheidung und wie fein oder grob sie bewerkstelligt werden kann."

An dieser Stelle fällt Hubbard weit hinter die Erkenntnisse Immanuel Kants zurück und ihm ist die denkbar trivialste Definition der Vernunft seit der Scholastik gelungen, schon Duns Scotus wußte darüber Treffenderes zu berichten. An allen anderen Stellen zu diesem Thema sieht es nicht besser, meistens eher noch konfuser aus. Doch dazu, wie gesagt, zu anderer Zeit mehr, für diese Erörterung genügt das Zitat. Statt des differenzierten Denkens hätte Frau Weber eigentlich analytisches Denken meinen sollen. Analytisches Denken ist die Fähigkeit, Probleme zu erkennen und systematisch zu lösen. Das geschieht durch sorgfältige Analyse des Themas und Erfassung der Einzelaspekte, durch Priorisieren der Informationen und Zuordnung im Gesamtkontext, schließlich durch Synthese per Vernetzung der Teilaspekte und Herleitung der Problemlösung. Gelegentlich findet man abstraktes oder logisches Denken als Synonyme für analytisches Denken, das ist aber wenig sinnvoll, weil die Fähigkeit zur Abstraktion - ähnlich, wie die zum Differenzieren – für jedes Denken unerläßlich ist und weil logisches Denken als Methode z.B. im analytischen Denken Verwendung findet. Assoziatives und analytisches Denkens bilden aber auch keinen Gegensatz, sondern wirken optimalerweise und je nach zu bewältigender Denkaufgabe miteinander. Wer es nicht glaubt, versuche es mit Martin Heideggers "Sein und Zeit" - wer da sofort analytisch herangeht, hat schon verloren und wird Heidegger fürderhin ganz furchtbar finden. Das Buch erschließt sich aber in zunächst assoziativem Lesen und danach in einem zweiten Durchlauf auf analytisch denkende Weise.

Vor diesem Hintergrund ist Frau Webers Aussage aber irgendwie auch komisch, weil sie mit der Formulierung "Bis heute habe ich in den Schriften Hubbards nichts Spezifisches zum Thema Okkultismus finden können. Persönliche eigene Erfahrungen und Erkenntnisse habe ich zu diesem Thema nicht – mit Ausnahme eines Besuchs auf der Esoterik-Messe in München." ein geradezu exemplarisches Stück assoziativen Denkens vorführt, allerdings so, wie man es eben nicht tun sollte, weshalb sie nach ihren, den scientologischen Kriterien und nach Hubbards oben zitierter Definition ein nicht minder exemplarisches Stück aberrierten Denkens liefert. Sie will über Okkultismus schreiben und assoziiert einen früheren Besuch auf einer Esoterikmesse, obwohl sie es zumindest potentiell, nämlich von der verfügbaren Quellenlage her, hätte besser wissen können, daß dies mit jenem so gut wie nichts zu tun hat und vom beiderseitigen Selbstverständnis her auch nichts miteinander zu tun haben will. Sie hat - Denken in Ähnlichkeiten und Gleichheiten – vermeintlich, nämlich für sie Ähnliches kurzerhand assoziativ verknüpft und unter Auslassung des analytischen Denkens niedergeschrieben.

Bleibt noch ein Widerspruch zu erwähnen, der sich aus der Antwort auf meine Frage ergibt, was 1945 und 1946 in Pasadena passierte, und zwar unter Verweis auf die Datierung von Hubbards ID-Card des LAPD auf das Jahr 1948. Frau Weber schrieb dazu: "Ich kann hierzu nur Vermutungen anstellen. Hubbard wurde Ende der 40er Jahre offiziell aus dem Militärdienst der US-Marine entlassen und arbeitete weiter an seinen Forschungen zu DIANETIK, die er bereits vor dem Krieg begonnen hatte." 350 Wörter später, von denen 300 von mir sind, lesen wir dann plötzlich von einer "Tätigkeit Hubbards im Rahmen eines staatlichen Polizeiauftrags gegen Parsons". Von Vermutungen zum staatlichen Polizeiauftrag ohne Wenn und Aber – Respekt! Das nenne ich mir eine wahrhaft schlüssige und konsistente Argumentation. Frau Weber schreibt: "Ein sachlicher oder inhaltlicher Zusammenhang mit der Thelema wäre daher rein zufällig, etwa weil diese selbst Gedankengut aus den östlichen Religionen übernommen haben könnte."

An dieser Stelle ist eine kurze Zusammenfassung angebracht. Wir haben also gnostische Elemente in Magick und Thelema, viele Jahre später hat Hubbard Scientology als gnostische Erlösungsreligion konzipiert – rein zufällig. Crowley erkundet fernöstliche Religionen, übersetzt religiöse Schriften aus dem Chinesischen, führt Meditation als festen Bestandteil von Magick und Thelema ein, vierzig Jahre später beruft Hubbard sich auf fernöstliche Tradition, was in der Praxis und ohne die Hilfestellung seitens zweier Religionswissenschaftler aber nicht so ohne weiteres nachweisbar ist. Auch rein zufällig. Crowley betätigt sich als Explorer, Mountaineer, Weltreisender, dreißig Jahre später betätigt sich Hubbard als Explorer und Weltreisender, was allerdings auch nur dürfig belegt ist. Wieder rein zufällig. In Jahr 1945 taucht Hubbard in der weltweit einzigen Loge des O.T.O. unter Crowley auf, die tatsächlich funktioniert – mit einem in weiser Voraussicht auf 1948 datierten Ausweis. Man weiß ja nie, wie lange sowas dauert, nicht wahr? Natürlich rein zufällig, weil - "Ich kann hierzu nur Vermutungen anstellen" – im "staatlichen Polizeiauftrag" unterwegs. Andere Zufälligkeiten finden sich in den nachfolgenden Artikeln.

Mentopia.net Ich kann zwar nicht wissen, wie der geneigte Leser das empfindet – für meinen Geschmack ist das eine doch recht bemerkenswerte Häufung von Synchronizitäten. Diese kleine Zusammenfassung ist das Ergebnis einer assoziativ gedachten Bewertung, alles andere im Heft ist der Versuch einer analytischen Betrachtung und der ist mit dem Erscheinen dieser Ausgabe des Magickal Observer keineswegs beendet. Zunächst jedoch ist unsere Sicht der Dinge zwar nicht bis ins letzte Detail, aber doch hinreichend beschrieben. Was die Scientology Kirche daraus macht, ist ausschließlich Ihre Angelegenheit.

Zum Abschluß möchte ich, weil mich das schier endlose Black-Magic-Geschwätz nur noch nervt, Aleister Crowley zu diesem leidigen Thema zitieren. Er schrieb am 02. Juli 1933 in der englischen Zeitung "Sunday Dispatch" folgendes, zu finden in Kenneth Grants "Magical Revival":

"Black magic is not a myth. It is a totally unscientific and emotional form of magic, but it does get results -- of an extremely temporary nature. The recoil upon those who practice it is terrific. It is like looking for an escape of gas with a lighted candle. As far as the search goes, there is little fear of failure!

To practice black magic you have to violate every principle of science, decency, and intelligence. You must be obsessed with an insane idea of the importance of the petty object of your wretched and selfish desires. I have been accused of being a ‘black magician’. No more foolish statement was ever made about me. I despise the thing to such an extent that I can hardly believe in the existence of people so debased and idiotic as to practice it."

Ich hoffe, es hilft. Sapere aude!

[geschrieben 03/2008]