Sonntag, 24. September 2017
 

Frieden in Nahost

Vorwort des Herausgebers
Mein Vater Rudi Kupfer wurde am 22. Mai 1927 in Burgkemnitz als sechstes und jüngstes Kind von Martha und Wilhelm Kupfer geboren. Anlässlich seines 75. Geburtstags richtete er am 25. Mai 2002 in der Gaststätte "Waldfrieden" in Aue-Neudörfel eine große Feier aus, zu der die ganze Familie und viele ehemalige Arbeitskollegen eingeladen waren. Als ich in der großen Runde saß, die Reden zur Würdigung des Jubilars hörte und viele Erlebnisse und Anekdoten erzählt wurden, kam mir der Gedanke, dass ein so erlebnisreiches Leben überliefert werden sollte, und zwar als Buch. Ich fragte meinen Vater also, was er von der Idee hielte, sein Leben niederzuschreiben und das Ergebnis zu publizieren. Zunächst lehnte er den Gedanken, den ich eher als Vorschlag denn als bloße Idee formuliert hatte, rundweg ab mit dem Verweis, dass seine Lebenserinnerungen doch keinen interessierten. Ich widersprach und wies darauf hin, dass seine Erinnerungen zumindest seine Familie, insbesondere seine Kinder und Enkel, als Leser fände, dass sein Leben darüber hinaus erlebnis- und abwechslungsreich genug sei, um auch das Interesse anderer Leserkreise zu wecken. Ich konnte ihn schließlich ein paar Monate später überzeugen und mein Vater ging das Vorhaben an, wie er alles im Leben tat - sofort und gründlich. Er kaufte sich bei einem großen Discounter ein Notebook, das immer noch tadellos funktioniert, und begann, seine Lebenserinnerungen niederzuschreiben. Das erste Notebook wurde im Lauf der Zeit durch ein neueres Modell desselben Herstellers ersetzt, später kam, der Handlichkeit wegen, ein Netbook dazu.

Als mein Vater in der Nacht vom 25. zum 26. Mai 2011 verstarb, hinterließ er seine Lebenserinnerungen als drei umfangreiche Textfragmente. Entstanden ist ein Buch, das ein bewegtes Leben in vier deutschen Staaten schildert und - als wahrscheinlich eines der letzten, authentischen Zeitzeugnisse aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs - die deutsche Gesichte des Zwanzigsten Jahrhunderts examplarisch reflektiert. Zugleich schildert es ein Leben, als dessen herausragende Eigenschaft ich in der Trauerrede zitierte, was Erich Maria Remarque den Protagonisten des Romans "Liebe Deinen Nächsten" sagen lässt: "Heiterkeit, die gelassene Tochter der Toleranz - sie ist unserer Zeit verlorengegangen. Es gehört zu vieles dazu - Wissen, Überlegenheit, Bescheidenheit und die ruhige Resignation vor dem Unmöglichen." Genau diese Geisteshaltung zeichnete meinen Vater aus, wobei anzumerken ist, dass Remarque den Begriff Toleranz in seiner ursprünglichen Bedeutung verstand, nämlich - dem lateinischen tolerantia entlehnt - als, aus großmütiger Geisteshaltung resultierende, Geduld und Duldsamkeit, die - wohlverstanden und reflektiert - diese Heiterkeit als Lebenshaltung nach sich zieht.

Ich weiß nicht, ob sich jemals irgendwer die Mühe machte nachzurechnen, wie viele Regalmeter Biografien und Memoirenliteratur es gibt, es dürften eher Kilometer sein. In den allermeisten dieser Bücher schildern mehr oder minder bedeutende Persönlichkeiten und etliche Zeitgenossen, die sich für solche halten, ihren tatsächlichen oder vermeintlichen Einfluss auf die Weltgeschichte. Auf das hier vorliegende Buch trifft das, gleichwohl es in die Kategorie der Memoirenliteratur gehört, nicht zu. Hier schildert ein Mensch aus einfachen Verhältnissen auf persönliche und glaubhafte Weise sein lebenslanges Bemühen, in den Wirren der Zeit ein aufrechtes, ehrliches und erfülltes Leben zu führen. Das Buch zeigt, dass ihm dies gelang.

Inhalt
QR Code Junge vom Knack Geschichte Deutschland DDR Memoiren Kindheit in der Weimarer Republik, Jugend im Nationalsozialismus, das Arbeitsleben in der DDR und der Lebensabend im wiedervereinigten Deutschland - das sind die Eckdaten eines erfüllten und bewegten Lebens, das den Autor vom Knack, einem einsamen Waldstück in Sachsen-Anhalt, in das wirtschaftliche Zentrum des Kalten Krieges führte. Der Autor erzählt in seinem schnörkellos geschriebenen Lebensbericht exemplarisch ein Stück deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er berichtet authentisch von der Versuchung Jugendlicher durch die totalitäre Ideologie des Nationalsozialismus, von den Hoffnungen junger Menschen nach dem Krieg in die sozialistische Utopie in der noch jungen DDR, von der Desillusionierung und vom Scheitern von Politik und Wirtschaft der DDR an den Idealen dieser Utopie und im Kampf der Systeme. Mit der Schilderung seiner langjährigen Tätigkeit als leitender Forscher im Halbzeugwerk Auerhammer, einem der ältsten, heute noch arbeitenden Industriebetriebe Deutschlands, beschreibt der Autor ein fast vergessenes Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte. Er berichtet von den Bemühungen der DDR, die wirtschaftlichen Folgen der "CoCom-Liste" genannten Embargoliste des damaligen "Koordinationsausschusses für Ost-West-Handel" zu umgehen, indem darin gelistete Werkstoffe noch einmal erfunden bzw. entwickelt wurden. Ohne die Arbeit des Autors und seiner Kollegen in Auerhammer hätte es in der DDR keine foto- und thermoelektrischen Komponenten, keine Mikroelektronik und keine Fernsehbildröhren gegeben, die dafür erforderlichen Werkstoffe wurden in Auerhammer unter der Leitung des Autors in der Forschung entwickelt und als Halbzeuge im Betrieb produziert. Das Buch ist nicht nur der Rückblick auf ein bewegtes Leben, sondern ein authentisch erzähltes Zeugnis der Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts.

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Wilhelm Kupfer 1912 Wilhelm Kupfer 1917 (rechts sitzend) Martha Kupfer 1915 Ostern 1930 Die Kupfer-Geschwister 1944 (vlnr. Horst, Gerda, Ilse, Inge, Rudi) Lage des Knack (historische Karte)
Lage des Knack gestern und heute Rudi Kupfer 1943 Zeugnis der Privat-Fachschule Dr. Gärtner Halle 1943 (Deckblatt) Zeugnis der Privat-Fachschule Dr. Gärtner Halle 1943 (Innenseite) Rudi Kupfer 1944 als Soldat Rückseite des Fotos
Rudi Kupfer 1947 als Kriegsgefangener in Rjasan Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1949 Die Kupfer-Geschwister 1947 (vlnr. Gerda, Horst, Ilse) Gerda Kupfer 1952 in Perleberg Hochzeit Elsbeth Wecke und Fritz Eichman ca. 1925 Fritz Eichmann mit Tochter Renate 08.08.1937
Familie Eichmann 25.12.1937 in Drewitz Renate Eichmann Klassenfoto November 1941 Fritz Eichmann als Soldat 1942 Renate Eichmanns Konfirmation 1949 Elsbeth und Fritz Eichmann 1949 Rudi Kupfer (Bildmitte) mit Kollegen im Labor 1952
Labor im Elektrochemischen Kombinat Bitterfeld ca. 1953 Labor im Elektrochemischen Kombinat Bitterfeld ca. 1953 Renate Eichmann beim NAW 1953 (rechts) Renate Eichmann 1953 Rudi Kupfer 1953 Renate Eichmann 1954
Martha und Wilhelm Kupfer, im Hintergrund Rudi und Inge 01.09.1954 Gerda Kupfer 01.09.1954 Renate Eichmann und Kupfer Rudi Verlobung 01.09.1954 Elsbeth und Renate Eichmann und Gerda Kupfer 01.09.1954 Studentenausweis Rudi Kupfer Fachschule für Chemie Köthen 1955 Diplom Rudi Kupfer Fachschule für Chemie Köthen 1955
Hochzeit Renate und Rudi Kupfer 01.10.1955 Hochzeit Renate und Rudi Kupfer 01.10.1955 Hochzeit Renate und Rudi Kupfer 01.10.1955 Hochzeit Renate und Rudi Kupfer 01.10.1955 Rudi Kupfer als Gießereileiter im Halbzeugwerk Auerhammer 1955 Gießerei I im Halbzeugwerk Auerhammer
Auszug aus der CoCom-Liste 1980 Immatrikulation Bergakademie Freiberg 1955 Martha und Wilhelm Kupfer ca. 1954 Wilhelm Kupfer ca. 1956 Fritz Eichmann ca. 1955 Elsbeth Eichmann und Martha Kupfer ca. 1958 in Aue
Der Herausgeber bringt seinem Großvater Fritz Eichmann die Zeitung ca. 1960 Produkte des Halbzeugwerks Auerhammer Supraleiter des Halbzeugwerks Auerhammer Renate, Gerda und Neidthard Kupfer ca. 1965 Diplom Rudi Kupfer Bergakademie Freiberg 1964 Rudi Kupfer im Hafen von Antwerpen 1964
Reisepass Rudi Kupfer 1964 Aspirantenausweis Rudi Kupfer Bergakademie Freiberg 1967 Gerda und Wolfhard Kupfer ca. 1968 Promotionsurkunde Rudi Kupfer Bergakademie Freiberg 1972 Einladung zur Promotionsverteidigung Rudi Kupfer 1972 20 Jahre HWA Rudi Kupfer 1975
Gerda Kupfer 1976 Rudi Kupfer 1980, im Hintergrund Verwaltungsgebäude des HWA Verwaltungsgebäude des HWA (Aufnahme von 2006) Grab von Elsbeth und Fritz Eichmann auf dem Friedhof St. Nicolai Aue Wolfhard, Rudi und Neidthard Kupfer 1987 in Prag Renate und Neidthard Kupfer 1987 in Prag
Grab Renate Kupfer auf dem Friedhof St. Nicolai Aue Erfassungskarte des MfS für die "OPK Doktor" Rudi Kupfer und sein Enkel Janis Kupfer 2007 Abriss des Verwaltungsgebäudes des HWA 2007 Abriss des Verwaltungsgebäudes des HWA 2007 Urnenbeisetzung Rudi Kupfer Friedhof Muldenstein 2011