- Heiko Lassek gestorben
12.1.2012 20:10 - Grundgütiger!
11.7.2011 4:52 - Hallo Forum
10.7.2011 11:07
Willensethik Teil 5: Verantwortung als Grundkonstante und Primat einer Ethik
Willensethik - Teil 5: Verantwortung als Grundkonstante und Primat einer Ethik
Verantwortung - Anliegen und Ziel sollen sein, eine Wert-Ethik zu leben, deren Maßstab und Aufgabe das bewußte und selbstverantwortliche Handeln des Menschen als Individuum und soziales Wesen ist. Die Schlüsselworte dieser Werte-Ethik sind Verantwortung und selbstverantwortliches Handeln. Für jedes Handeln, was das Denken und Sprechen einschließt, ist die Verantwortung für die Konsequenzen desselben der Maßstab, mithin die Frage, ob Mensch in der Lage und willens ist, für sein Handeln konsequent einzustehen. Als Beispiel: In der klassischen Hierarchie, sei es in Arbeitskollektiven oder in sonstigen Gruppen, wird über die Positionierung in derselben Verantwortung delegiert, und in aller Regel von oben nach unten. (Demokratische Wahlen tun zwar so, als delegierten sie von unten nach oben, tun das aber nicht wirklich, da der Kreis der solcherart zu delegierenden Personen von denen, die von oben nach unten delegieren, ausgewählt wurde.) Das Problem besteht darin, dass das keine selbst zugemessene Verantwortung ist, auch wenn die meisten Menschen sich freiwillig in solche Strukturen begeben, was allerdings in der Regel über die Annahme materieller (Geld) oder ideeller (Macht) Korruptoren erfolgt, was sich immer wieder im Scheitern an der Verantwortung und in der Unfähigkeit, sich seiner Verantwortung zu stellen, zeigt. In sozialen Kleinverbänden wie Familien trifft man das Problem exakt so an, auch hier wird Verantwortung wechselseitig delegiert, oftmals unausgesprochen, wobei hier eine landläufig als Liebe missverstandene Befindlichkeit der Korruptor ist.
Verantwortung - die Betonung liegt auf "selbst" und das Konzept der Vita activa ermöglicht erstmals, jenseits sonstwie legitimierender Instanzen a la Moral, Jurispudenz usw. für sich selbst Verantwortlichkeit zu definieren, und zwar für sein gesamtes Handeln. Dabei scheint das zentrale Problem zu sein: dass Mensch schon von Kindesbeinen an konditioniert wird, Verantwortung zu deligieren, erst an die Eltern, später an Erzieher, Lehrer, Vorgesetzte usw. usf. bis hin zu institutionalisierter Verantwortungsmacht wie Kirchen, Polizei, Steuerbehörden, dem Staat als solchem. Der Mensch muss lernen zu sagen "Das ist mein Leben, es liegt inklusive des Todes und allem was danach kommen mag, in meiner Verantwortung, mithin in meiner Willensfindung und -entscheidung, es zu gestalten!" und die Vita activa gibt ihm schlüssig das notwendige Rüstzeug dazu, ohne sich auf eine Legitimation von XYZ berufen (oder i.d.R. eigentlich nur darauf hoffen) zu müssen.
Die hier dargestellte Vorstellung von Ethik geht dahin, dass Mensch imstande ist, sich seine Verantwortung selbst zuzumessen, was natürlich impliziert, dass man in bestimmten Situationen erkennt, ihr eben nicht gewachsen zu sein und sie ablehnt, was dann optimalerweise (in Verbindung mit bzw. unter Voraussetzung der allfälligen Dekonditionierung) zur Folge hat, dass Mensch seinen Willen tut (und nicht, was ihm beliebt). Das Konzept beinhaltet auch, dass Mensch sich entwickelt und damit ändert, was veränderte Verantwortungsbereitschaft und -fähigkeit nach sich ziehen kann, auch hier unter der Vorausetzung der Dekonditionierung, die Mensch befähigt, seine Entwicklung in seinem Willen adäquater Weise zu kommunizieren.

