Freitag, 23. Juni 2017
 

Verschwörungstheoretiker?

Dieser seltsame Begriff gehört seit etwa einem Jahr zu den Lieblingstermini der Journalisten, die ihren Arbeitgeber den so genannten und selbst ernannten Leitmedien zuordnen, um all die zu charakterisieren, die sich impertinenterweise erdreisten, Zweifel am Agieren jener, die sich als die politischen und gesellschaftlichen Eliten sehen, und am Wahrheitsgehalt der diesbezüglichen Berichterstattung zu äußern.

Der Begriff ist zwar alt, aber breiten Eingang in die Medien fand er hierzulande erst mit dem Aufkommen der Montagsdemos und "Mahnwachen für Frieden". Man kann trefflich über die Qualität dieser Zweifel streiten, etliche sind durchaus zutreffend, andere zumindest berechtigt, einige abstrus. Doch darum geht es den Journalisten, die sich des Begriffs mittlerweile geradezu inflationär bedienen, gar nicht. Er wird ausschließlich als Totschlagargument verwendet, um jedes Nachfragen und jede Debatte um diese Zweifel im Keim zu ersticken. Die Verwendung des Begriffes ist hochmanipulativ, und das mit voller Absicht, es ist kein Versprecher, dass Elsässer in der Mainstreampresse vom Verschwörungstheoretiker zum Verschwörungsfreund mutierte.